Bin ich doch letztens Auto gefahren.
Kommt bei mir selten vor, da ich kein eigenes besitze.
Ich fahre nämlich "Stadtauto"
Diese Geschichte trug sich noch einige Zeit vor der üblichen
Dämmerung zu.
Unser Weg führte durch eine dichtbewaldete, alleenähnliche
Haupverkehrsstrasse.
Es war gegen 21:00 Uhr.
Wenig Verkehr bewegte sich durch den Abend.
Wir saßen zu dritt im Auto und Iris erzählte uns von
ihrer Reise.
Sie kam gerade aus Paris zurück.
Wir fuhren also diese Strasse entlang.
Nicht schnell.
Ich war im Begriff die nicht zu hohe Geschwindigkeit auf
50 Km/h zu drosseln.
Eine ganze Weile zuvor erlebten wir schon einen Radler, der aus purer Erschöpfung
etwas entfernt vor mir in den Strassenrand gefallen ist.
Er wollte seine Getränkeflasche am Rahmen justieren.
Bei dem plötzlichen Verlust dieser Flasche, ist er aus dem
Tritt geraten und vom Sattel gefallen.
Seine verhakten Radschuhe konnten gar nicht so schnell aus der Verankerung
treten, wie er nach der Flasche greifen wollte.
Ich hielt etwas entfernt hinter ihm an, ein zweiter PKW, der mich eben noch passierte
hielt direkt nach der Stelle des gestrauchelten Radlers.
Beide fragten wir besorgt nach.
Aber alles war in Ordnung.
Er erzählte mir noch diese Geschichte während ich ihm die Flasche
zurück gab, die ich kurz zuvor hinter meinem "Stadtauto" vom Asphalt aufgehoben hatte.
Doch nun traute ich meinen Augen nicht.
Eine kleine, wohlgeformte, graue Gestallt saß mitten auf meiner Spur.
Im ersten Moment wurde mir ganz heiß.
Nicht nur, daß dieses Lebewesen nur noch knapp mit dem Leben
verbunden sein könnte.
Es sah aus wie ein Gnom, ein kurzgeschorener Torwächter.
Fast ein Wesen wie Gollum, doch freundlicher vom Wesen und scheinbar
zierlicher von Gestalt.
Es saß auf seinem Hintern, in sich gekauert, mit dem Rücken zu uns gewandt.
Den Kopf gesenkt, als zählte es Murmeln in seinem Schoß.
Ich dachte, ich tauche jetzt in eine phantastisches Welt ein.
Als würde mir endlich der Zauber des Lebens offenbart.
In den Bruchteilen dieser Sekunde bangte ich um das Leben des scheinbaren
Fabelwesens,
hoffte ich auf die Wunder des Mysteriums, auf Antworten, warum wir
Menschen existieren.
Weit und breit gab es kein weiteres Fahrzeug.
Die Bewegungen des fremden Geschöpfs hielten inne.
Es schaute sich nach dem schnell herankommenden Fahrzeug um.
Seine Augen funkelten hell.
Das Wesen stand auf und rettete sich zügig auf vier Pfoten auf die
linke Strassenseite.
Es war eine Katze. Sie sah aus wie eine Si-Sawat.
Es war der dritte Juni zwanzigzehn.
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